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Autor Thema: Crytek insolvent?  (Gelesen 3067 mal)

Blaukool

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Re: Crytek insolvent?
« Antwort #45 am: 31. Dezember 2016, 13:39:13 »
Senior Scalability Engineer at Booking.com - und kein Freund von AWS...

Neranja

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Re: Crytek insolvent?
« Antwort #46 am: 31. Dezember 2016, 21:16:41 »
Gibts für die schlechten Latenzen bei AWS eine Quelle? Wer ist dieser KK?
Wenn es dich wirklich interessiert kann ich ein paar Quellen heraussuchen. Grundsätzlich haben alle Clouds (private oder public) meist das Problem, das Virtualisierung in irgendeiner Form Performance zieht. Containerisierung mittels Docker hilft zwar die Einbrüche durch das "physikalische Hardware virtualisieren" zu minimieren, allerdings wird meist die Storage auf ein dediziertes SAN/SDS gepackt - einfach weil sie zwischen physikalischen Maschinen fließen muss.

Das ist für so "ich muss mal eben ein paar Byte hier und da lesen und schreiben" kein Problem, wird aber problematisch wenn man so Dinge wie Datenbanken darauf betreibt - und fast jede Art von Dienst hat irgendwo eine Datenbank im Hintergrund. Entwickler verlassen sich auf prinzipielle Eigenschaften von Datenbanken. Eine davon ist die Annahme das eine Transaktion, welche die Datenbank abgearbeit hat, auch dauerhaft gespeichert ist. Dazu lässt sich die Datenbank von der Storage versichern das die Daten auf ein permanentes Medium (Disk, Flash, Band, Papier) gespeichert worden ist.

Durch die Netzwerklatenzen und mehrere Round-Trips zum SAN allerdings kommt man dann plötzlich an eine magische Grenze von 0,5ms pro Round-Trip. So eine Sekunde hat 1000 ms, also kriegt man 2000 Transaktionen pro Sekunde hin:
https://cloudplatform.googleblog.com/2016/08/Cloud-SQL-Second-Generation-performance-and-feature-deep-dive.html

Dadurch das jetzt alle I/O am Ende auch Netzwerk-I/O ist kommt dem Netzwerk ein besondere Bedeutung zu: Früher konnte man Netzwerke ohne Probleme überbuchen (neudeutsch: oversubscriben) weil nicht alles gleichzeitig Netzwerk machen wollte. Das geht in modernen Cloud-Netzen nicht mehr, da sind meist die Rackswitche schon die erste Performancebremse.

Google hat da viel Arbeit reingesteckt: https://research.google.com/pubs/pub43837.html


Damals habe ich (auf Kundenwunsch) Google Compute Engine für mehrere CAE-Applikationen evaluieren müssen. Das Resultat war vernichtend und überhaupt nicht was sich die Kunden erhofft hatten, was ich aber vorher schon gesagt hatte. Selbst mit zwei lokalen Scratch-Platten (die Google auch prompt abgekündigt hat, ab jetzt nur noch SDS-Storage weil einfacher) skalierte die Performance gar nicht.

Zur Erklärung: Die CAE-Anwendungen sind im Prinzip riesige lineare Gleichungssysteme die halt für jeden Zeitschritt durchgearbeitet werden müssen. Diese Anwendung ist bei modernen Multicore-CPUs für die derzeitigen Rechnungen fast nicht mehr CPU-Bound, sondern eher Memory-Bound: Das ganze Gleichungssystem passt nicht in den CPU-Cache, also muss er einmal durch den Arbeitsspeicher pflügen. Mehr Cores auf das Problem schmeißen hilft nicht, da die existierenden Cores sich jetzt schon um den Zugriff zum langsamen Hauptspeicher streiten.

Also schaltet man mehrere Computer zusammen. Die Computer müssen sich aber koordinieren, und je langsamer die Kommunikation zwischen den Knoten, desto weniger Performancegewinn kommt netto hinten raus. Also benutzen wir Cluster-Interconnects, für die wir auch nicht mehr in Millisekunden, sondern in Mikrosekunden rechnen. Der untere Standard ist derzeit 56GBit/sec bei 0.7usec Latenz, darunter kauft keiner mehr.
Außerdem lässt mich mein Schaf nicht mehr ran

Extrawurst

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Re: Crytek insolvent?
« Antwort #47 am: 11. Januar 2017, 20:15:22 »
Danke für die Info.
Star Citizen: Dead Baron (TLFP)

Neranja

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